WAS DIE FARBE IHNEN VERRÄT, BEVOR DAS ETIKETT ES TUT.
Geht man durch ein beliebiges Fahrerlager in Europa, sieht man es sofort: Gelbe, grüne, blaue, orange, violette und rote Kraftstoffflaschen stehen unter Markisen und neben Renntrailern. Die Farbe dient nicht dazu, ein Produkt hervorzuheben, sondern der Identifizierung.
Auf den ersten Blick kann ein Rennfahrer anhand der Farbe erkennen, ob er den richtigen Kraftstoff vor sich hat, noch bevor er das Etikett liest. Im hektischen Fahrerlager reicht das oft schon aus, um zu verhindern, dass der falsche Kraftstoff ins Auto gelangt.
Es handelt sich nicht um ein eindeutiges Identifikationsmerkmal. Mehrere VP Racing-Kraftstoffe können die gleiche Farbe haben, obwohl sie für völlig unterschiedliche Anwendungen bestimmt sind. Entscheidend sind stets Etikett, Teilenummer und Spezifikation. Die Farbe liefert den ersten Hinweis, die Artikelnummer (SKU) bestätigt die Antwort.
WO IDENTIFIZIERUNG ZUR KONFORMITÄT WIRD.
Bevor ein Rennen gewonnen oder verloren wird, werden viele Kraftstoffe geprüft. Die zuständigen Verbände überprüfen routinemäßig die Legalität der Kraftstoffe durch Tests und Messungen und kontrollieren Kriterien wie Bleigehalt, Sauerstoffgehalt, Dichte und dielektrische Eigenschaften. Lange bevor diese Tests beginnen, liefert die Farbe oft den ersten Anhaltspunkt.
Ein Kraftstoff, der den Anforderungen einer Klasse nicht zu entsprechen scheint, wirft sofort Fragen auf. Nicht etwa, weil die Farbe die Konformität beweist, sondern weil sie hilft, potenzielle Probleme vor Beginn der offiziellen Tests zu erkennen. Davon profitieren sowohl die Organisatoren als auch die Teilnehmer.
WENN ES NICHT AUF DIE FARBE ANKOMMT.
Nicht jeder Kraftstoff ist gefärbt; viele moderne bleifreie und sauerstoffhaltige Rennkraftstoffe sind absichtlich farblos, insbesondere in Anwendungsbereichen, in denen die Vorschriften wenig Spielraum für unnötige Zusatzstoffe lassen.
In solchen Fällen wird die Farblosigkeit Teil der Spezifikation. Ein klarer Kraftstoff liefert nicht weniger Informationen. Er verlagert die Verantwortung für die Identifizierung lediglich auf das Etikett, den Produktcode und die veröffentlichte Spezifikation.
Deshalb bleibt die wichtigste Regel unabhängig von der Farbe unverändert: Kraftstoffe dürfen niemals nur nach ihrem Aussehen beurteilt werden. Die Farbe kann zwar einen nützlichen Hinweis liefern, aber die Kennzeichnung gibt die endgültige Information.
